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Malteser Kennel of Wittenhouse

Zuchtwert

Es ist ja so, dass die Vererbung der Zuchttiere anders sein kann als ihre Leistung auf einer Ausstellung. Offensichtlich wurde das zuerst bei der Zucht von Nutztieren erkannt. Dort arbeitet man schon lange mit Zuchtwerten um z. B. die Milchleistung einer Kuh oder die Filetstärke beim Schwein durch Zucht zu erhöhen. So muss man sich doch auch bei unseren Hunden fragen, warum denn alle Körungen, Zuchtzulassungen und Titel danach ausgerichtet sind, wie die Tiere sind, anstatt darauf aufzubauen, wie sie vererben. Dieser Widerspruch ist gefühlsmäßig fast jedem Züchter bewusst, daher versucht er, eigene Erfahrungen über die Geschwister und/oder die schon vorhandene Nachzucht vor einer Anpaarung einzubeziehen. Ein wirklich objektives Bild kann sich aber kein Züchter machen, da sowohl positive als auch negative Einzelfälle zu drastisch auf ihn wirken.

Der Zuchtwert also ist eine Schätzung, ausgedrückt in einem Zahlenwert, zur Anwendung in der Zucht. Er beschreibt, welche Wirkung die Gene eines Tieres auf ein bestimmtes Merkmal haben, wenn diese mit den Genen der restlichen Population unter normalen Umweltbedingungen kombiniert werden. Dabei nimmt man 100 für das rassetypische Niveau. Hunde mit über 100 verstärken und unter 100 reduzieren das Merkmal. Die mittlere Schwankung beträgt +/- 10 Punkte. Eine erste Zuchtwertschätzung beim Hund unter Einbeziehung aller Verwandten wurde 1983 beim Deutschen Wachtelhund für HD begonnen. In den meisten Fällen wird der Zuchtwert bei den Hunden sowieso nur zur Selektion von verbreiteten Erbkrankheiten innerhalb einer Rasse benutzt, was ich persönlich momentan für die Rasse Malteser aber ausschließen möchte.

Es liegt in der Biologie der Vererbung begründet, dass wir den wahren Zuchtwert nur schwer ermitteln können. Selbst die Eigenbeurteilung des Tieres ist kein hundertprozentiger Spiegel der Erbanlagen, also des Zuchtwertes. Zuchtwertschätzung erhebt nicht den Anspruch, die Wahrheit über alle "Gene" zu dokumentieren, aber sie soll einen Hinweis geben, wo gute oder ungünstige Gene für die persönlichen Zuchtziele sein könnten. Von Interesse ist also nur, was durch diesen Hund bezogen auf eine bestimmte Auswahl an Merkmalen in die nächste Generation vererbt wird.

Ich selber habe, wie vielleicht jede andere Züchterin auch, meine persönlichen Prioritäten bei den in Frage kommenden Merkmalen für einen möglichen Zuchtwert für mich bereits ausgesucht. Wenn es mir persönlich mit diesem Thema auch ernst ist, weiß ich doch, dass ohne Vereine, Datenbank und das mehrheitliche Mitwirken von allen Züchtern keine Aussicht auf Einführung oder Umsetzung besteht. Andererseits bedarf es vielleicht aber auch nur eines winzigen Anstoßes, um in der Zukunft eine Diskussion unter Züchtern in den Vereinen über das Thema Zuchtwertschätzung (ZWS) zu haben. Zur Zeit gibt es meines Wissens wohl auch keinen Bedarf, um eine Zuchtwertschätzung für die Selektion von erblichen Merkmalen bei der Rasse Malteser einzusetzen, schließlich müsste der notwendige Aufwand ja auch gerechtfertigt sein. Vielleicht könnte so eine Tabelle aber der/dem einen oder anderen Züchter/in bei der Erreichung des definierten Zuchtziels von Nutzen sein.