Inzucht
Die Zucht von Tieren bedarf einer hohen
Verantwortung und sollte mit einer einfachen Vermehrung nichts zu tun
haben. Wichtig ist dabei, dass man jederzeit den Ursprung der Zucht
zurückverfolgen kann, um Einfluß nehmen zu können und somit
unerwünschte Zuchtergebnisse vermeiden kann. Ein
weiterer Punkt, neben teilweise unsinnigen Standards, ist daher die
Inzucht. Unter Inzucht versteht man die Fortpflanzung blutsverwandter
Individuen. Durch das Zusammentreffen gleicher genetischer Anlagen soll
so Reinerbigkeit und damit ein hohes Maß an Vererbung von erwünschten
Eigenschaften erreicht werden. Im gleichen Verhältnis dazu erhöht sich
damit z.B. aber auch die Zahl der krankmachenden Eigenschaften,
Genmutationen und Missbildungen! 
Die gerechnete Wahrscheinlichkeit der prozentualen Verteilung
gleicher Gene
Bei
Inzucht, auch die sogenannte (enge) Linienzucht ist eine Art der
Inzucht (!), werden den ursprünglich gesunden Elterntieren durch
fortschreitende Genverarmung immer mehr Tiere folgen, die krank sind,
oder eine erhöhte Bereitschaft zum Erkranken mitbringen. Zur Erhaltung
von (seltenen) Rassen und erwünschter Zuchtmerkmale wird leider immer
noch Inzucht betrieben. Auch wenn durch Inzucht nur selten neue
Mutationen entstehen und keine neuen Erbfehler hervorgerufen werden,
begünstigt diese Art von Zucht das Auftreten rezessiv vererbter
Erkrankungen!  Das
ist die Formel zur Berechnung des Inzuchtkoeffizienten* (IK), wobei n1
die Anzahl Generationen vom Vater und n2 die Anzahl Generationen von
der Mutter zu dem zu berechnenden Hund ist. Das muss für jeden
gemeinsamen Ahnen innerhalb von z. B. 10 Generationen berechnet
werden. Anschließend werden die Zahlen addiert und in Prozent
ausgedrückt. Manche unterscheiden drei Stufen der Inzucht:
leichte Inzucht
bis 10%, mittlere Inzucht zwischen 10 und 25% und starke
Inzucht über 25%. Einen starken
Inzuchtfaktor von 25% erhält man bereits bei der Anpaarung von Mutter x
Sohn, Bruder x Schwester oder Vater x Tochter und ist deshalb z.B. in
meinem Verein dem Verband Deutscher Kleinhundezüchter e.V. nur auf
Antrag mit Begründung und nach ausdrücklicher Genehmigung durch die
Zuchtleitung erlaubt. Um zu verhindern, dass nach mehreren Generationen
Inzucht Rückschläge durch Krankheitsanfälligkeit u. ä.
auftreten, ist man gezwungen, fremde Tiere einzukreuzen.
Dabei achtet man natürlich darauf, dass das Einkreuzungstier,
vorzugsweise eine Hündin, die bevorzugten Merkmale bereits über mehrere
Generationen erworben und einen entsprechenden Zuchtwert hat; in
Neu-Deutsch nennt man so was einen "out-cross". |