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Geschichte der Hundezucht
Forscher streiten bis heute, wann sich der
Hund vom Wolf separiert hat. Spekulationen ergeben, dass bereits vor
100.000 Jahren Abspaltungen von Wolf und Hund existierten. Gegner
dieser Theorie verweisen auf mangelnde Beweise hierfür, da es keine
Ausgrabungen gibt.
Der Tierarzt Gregory Acland von der Cornell
Universität glaubt, dass die frühen Hunde nicht mit vollständig
domestizierten Menschen gelebt haben. Der Mensch sei damals noch gar
nicht dazu fähig gewesen, Hunde an sich zu trainieren. Der Hund habe
vielmehr von selber eine bequeme Lücke beim Menschen gesucht, gefunden
und ausgefüllt. Bei gemeinsamen Jagdausflügen habe er sich dem
menschlichen Jäger angeschlossen. Dabei fiel stets Beute für ihn ab.
Mit Sesshaftwerdung des Menschen passte
auch der Hund sein Verhalten den Lebensumständen der Menschen an. Hunde
wurden nach konkreten Gesichtspunkten ausgewählt und für bestimmte
Zwecke genutzt. Durch die zweckgebundene Auswahl bildeten sich
unterschiedliche anatomische und charakteristische Merkmale heraus.
Diese waren die Basis für die Entstehung der Hunderassen, die sich im
Laufe der Generationen mehr und mehr festigten. Anfangs waren
es sicherlich die Leistungsmerkmale, die einen Hund in einer bestimmten
Region oder innerhalb eines Rudels auszeichneten. Diese
Leistungsmerkmale waren z.B. die Ausdauer, die Kraft und der Mut oder
die Wendigkeit. Im Laufe der Zeit kamen zu diesen inneren Merkmalen
auch die äußeren gemeinsamen Merkmale. Ursache war neben den
gemeinsamen Umweltbedingungen vor allem die gezielte Verpaarung von
Tieren mit gleichen bzw. ähnlichen Merkmalen. Werden Tiere mit gleichen
bzw. ähnlichen Merkmalen gekreuzt, so werden die erwünschten
Eigenschaften gefördert und gefestigt. Unerwünschte Merkmale werden
ausgeschlossen, indem mit solchen Merkmalsträgern und –vererbern nicht
weiter gezüchtet wurde. Dies waren die Anfänge der Hundezucht, die mit
der Entdeckung der Mendelschen Gesetze über die Vererbung stetig
verfeinert wurden.
Es gibt z. B. insgesamt nur zwei Gene, die
das Vorhandensein von schwarzem Pigment regeln können, symbolisch nimmt
man groß- "B" für "ja" und klein- "b" für "nein". Ein Hund, der beide
Allele (Partner-) Gene "B" hat, ist schwarz. Ein Hund, der beide Gene
"b" hat, ist schokoladenbraun. Dieser Hund hat statt schwarzem eben
braunes Pigment. Mendel hatte nun herausgefunden, dass wenn man zwei
für ein bestimmtes Merkmal reinerbige Hunde (z.B. BB und BB) paart,
deren Kinder in Bezug auf dieses Merkmal immer gleich aussehen. BB x bb
ergibt hingegen immer Bb, da von jedem Elternteil ein Chromosom an
jedes Kind weitergegeben wird. Folge: Die
Kinder sind schwarz, da bei Bb das Gen für schwarz ("B") einfach
dominant (= bestimmend) über braun ("b") ist. Also sehen alle Kinder
(in Bezug auf dieses Merkmal) gleich aus und sind auch alle
gemischterbig, obwohl ja beide Eltern verschieden sind! Wenn man
hingegen zwei gemischterbige Hunde , also Bb mit Bb paart, hat Mendel
in groß angelegten Versuchen bewiesen, dass sich die Genpaare bei den
Kindern voraussichtlich so zusammensetzen werden: 1/4 der Kinder wird
BB, 1/4 wird bb, und (2 * 1/4 =) die Hälfte wird wieder Bb wie die
Eltern. Obwohl die Eltern in diesem Fall beide (gemischterbig) schwarz
sind, wegen dem dominanten B, werden etwa 3/4 der Welpen also schwarz,
aber 1/4 wird braunes Pigment haben. Die Kinder sehen also
unterschiedlich aus!
Oberste Priorität hat bei der Züchtung die
Erhaltung von Wesen, Gesundheit und rassetypischen Merkmalen. Zur
Erreichung dieser hohen Zuchtziele hat z. B. der VDH strenge
Zuchtregeln erlassen. Darin ist festgelegt, dass nur gesunde und
wesensmäßig einwandfreie Tiere gezüchtet werden dürfen und dass beim
Züchter anstandslose Haltungsbedingungen herrschen. Dieses wird in den,
dem VDH angeschlossenen, Vereinen pro Hund und Wurf überprüft und in
Protokollen festgehalten. |