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Erblichkeit
Die Erblichkeit (= Heritabilität) ist der
wichtigste genetische Parameter für einen Züchter. Der Phänotyp (die
sichtbare Leistung z.B. Grösse, Farbe, Krankheit) wird durch den
Genotyp und die Umwelteffekte bestimmt. Kann z. B. die
Rassenzugehörigkeit eines Hundes nach Verlust oder Nichtvorhandensein
einer akzeptablen Ahnentafel oder bei unzureichender
Indentifikationsmöglichkeit des Hundes nicht bestimmt werden, erfolgt
eine phänotypische Beurteilung des Hundes, um evtl. später eine
uneingeschränkte Zuchtzulassung erhalten zu können. Was das ganze
kompliziert macht: Die verschiedenen Eigenschaften eines Hundes sind
alle unterschiedlich stark von der Umwelt beeinflußbar und abhängig.
Die Erblichkeit ist ein Maß für die Bedeutung, welche der Genotyp für
ein bestimmtes Merkmal in dieser Gleichung hat:
Phänotyp = Genotyp + Umwelteffekte
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Ist die Erblichkeit allerdings sehr gering (0,00 –
0,05), also keine oder fast keine genetische Varianz vorhanden, so sind
in dem Fall züchterische Maßnahmen wirkungslos.
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Ist
die Erblichkeit niedrig (0,05 – 0,20), ist auch der zu erwartende
Erfolg von Selektion und strategischer Paarung nur gering. Um auch bei
Merkmalen mit niedriger Erblichkeit Zuchtfortschritte durch Selektion
und Strategische Paarung zu erzielen, muss über viele Generationen mit
einem sehr genau geschätztem Zuchtwert (= Schätzwert für den Genotyp)
gearbeitet werden. -
Mittlere
Erblichkeiten (0,20 – 0,40) und hohen Erblichkeiten (> 0,40)
steigern im gleichen Maße die Wahrscheinlichkeit für Erfolge durch
entsprechende Selektion bei der Anpaarung.
Die
Erblichkeit ist eigentlich jeweils nur für die Population gültig, in
der sie auch geschätzt wurde. Außerdem kann sie sich im Laufe der Zeit
z.B. noch durch Inzucht, Selektion, Einkreuzungen verändern.
Wie alle höheren Säugetiere, so hat auch der Hund
etwa 30.000 Gene, welche zum größten Teil durch jeweils zwei Allele
besetzt sind. Auf einem dieser 30.000 Gene können nun ein oder gar zwei
Allele gefunden werden, welche die Ursache für einen bestimmten
Erbfehler sind. Wir können also davon ausgehen, dass es in der Praxis
wohl keinen Hund gibt, der nicht auf mindestens einem der 30.000 Gene
ein defektes Allel besitzt, was natürlich auch vererbt werden kann.
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