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Malteser Kennel of Wittenhouse

Erbfehler

Der Begriff Erbfehler steht hier für die Gesamtheit der erblichen Abweichungen, Störungen und genetischen Defekte, die wie folgt unterteilt sind:

  • Erblich bedingte Krankheitszustände oder Mängel mit gesundheitlicher Beeinträchtigung

  • Erb-Umwelt-Erkrankungen, also die genetisch bedingte Bereitschaft zur Erkrankung

  • Fehler in der Rasse/Zucht ohne Auswirkungen auf die Gesundheit. Gemeint sind hier falsche  Pigmentierung/Fehlfarben, fehlerhafte Ohrenstellung, etc.

  • Fehler in der Rasse/Zucht mit Auswirkungen auf die Gesundheit, wie: Zwergen- oder Riesenwuchs, verkürzte Gesichtsschädel, die zu Atemproblemen führen, extrem kurze Beine und extrem lange Wirbelsäulen, etc. Ein Teil dieser Zuchtfehler ist als Qualzucht definiert und sollte laut §11b Tierschutzgesetz aus den Rassestandards entfernt werden, soweit mit Missbildungen oder körperlichen Leiden zu rechnen ist.

Wir können davon ausgehen, dass u. a. die Bauern in Tibet und auch die nicht organisierten Züchter, nichts von erblichen Augenerkrankungen, HD, Hämophilie, Patella Luxation  usw. in der Vergangenheit gewusst haben. Kein Hund wurde in den vielen tausend Jahren Züchtungsgeschichte bis etwa 1950 vor einer Verpaarung auf so etwas von einem Tierarzt untersucht. Doch jetzt, in neuster Zeit, sollen solche Untersuchungen das Wichtigste sein? Das Überleben der (Rasse-) Hunde ist gar davon abhängig? NEIN, – erst Verstöße der neuzeitlichen Hundezucht gegen die wichtigsten Regeln der Populationsgenetik haben die Häufung dieser Probleme geschaffen!

Oft vernachlässigt werden hier die Erb-Umwelterkrankungen, da hier eine vorhandene Genmutation nicht zum völligen Versagen des Enzyms führt, sondern als Abweichung von der vollen Funktionsfähigkeit die Gefahr einer größeren Anfälligkeit gegen Umweltveränderungen birgt. Es handelt sich um eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit, also einer Disposition.

Darüber hinaus werden Erbfehler weiter unterteilt in (Quelle: Vererbung beim Hund, Inge Jansen):

  • die durch einen einzigen Genort bestimmt sind (monogene oder monofaktorielle Erbfehler) als dominante oder rezessive Gene

  • die durch mehrere, additiv wirkende Genorte bestimmt sind (polygene oder multifaktorielle Erbfehler)

  • sowie in pränatale (vorgeburtliche), perinatale (kurz vor, während, oder nach der Geburt auftretende), juvenile (in der Jugendentwicklung auftretende) und adulte (im Erwachsenenalter, also nach der Geschlechtsreife auftretende).

Momentan sind etwa 450 Erbfehler des Hundes bekannt. Aber nur bei etwa zwei Dutzend (!) der caninen Erbkrankheiten ist der molekulargenetische Defekt bekannt und bei gut der Hälfte aller Erbkrankheiten ist aber der Vererbungsgang noch völlig unbekannt. Viele der bekannten Erbkrankheiten sind leider erst durch züchterische Maßnahmen entstanden und führen heute in unzähligen Fällen zu kranken Tieren.